| Lehrgang "Technische Hilfe" - 05.11.2007 |

Wie wichtig die Ausbildung in „Technischer Hilfe“ bei den Feuerwehren ist, belegen seit Jahren die Einsatzzahlen: Die klassischen Brandeinsätze, die früher das Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr darstellten werden immer weniger, dafür nehmen Einsätze, wie Verkehrs- und Gefahrgutunfälle, Hochwassereinsätze und Türöffnungen immer weiter zu.

Um für diese besonderen Aufgaben optimal gerüstet zu sein, nahmen jetzt 26 Feuerwehrmänner aus dem Kreis Höxter unter Anleitung der Kreisausbilder Waldemar Gamenik und Ulrich Brödling an einem „Technische Hilfe 1“ Lehrgang teil. Während der 40 Ausbildungsstunden wurden sie in den Grundlagen der Mechanik, Einsatzlehre sowie Fahrzeug- und Gerätekunde unterrichtet. Bei den praktischen Übungen lag der Schwerpunkt auf dem Arbeiten mit hydraulischen Rettungsgeräten, die beim Befreien von Unfallopfern aus stark deformierten Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Außerdem wurde das Bewegen von Lasten, wie z.B. Aufrichten eines umgestürzten LKW mit Hilfe von Hydraulikhebern, Hebekissen, Greifzug, Seilwinden und Anschlagmitteln trainiert.

Der Transport von gefährlichen Flüssigkeiten auf Straße und Schiene nimmt ständig zu, sodass auch das Auffangen und Umfüllen von explosionsgefährlichen Flüssigkeiten geübt werden musste. Aber auch die ganz alltäglichen Dingen wurden unterrichtet, wie z.B. das Öffnen von Türen und Fenstern, wozu die Feuerwehr häufig von Polizei und Rettungsdienst angefordert wird, das Aufnehmen von Gefahrstoffen auf Gewässern oder das Ausleuchten von Einsatzstellen, um im Unglückfall sicher und gut arbeiten zu können.

Zum Abschluss des Lehrgangs wurde neben einer schriftlichen Prüfung noch eine Abschlussübung unter den Augen des stellv. Kreisbrandmeisters Friedhelm Kleinschmidt durchgeführt, bei der ein mit Benzin beladener Tanklastzug bei Dunkelheit in einer Kurve umgestürzt ist und einen entgegenkommenden Pkw unter sich begraben hatte. Die beiden Fahrzeugführer wurden dabei in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Nun galt es, dass Erlernte anzuwenden und die Einsatzstelle auszuleuchten und abzusichern, das auslaufende Benzin aufzunehmen, die Unfallopfer aus ihren Fahrzeugen zu befreien und den umgestürzten Lkw wieder aufzurichten. Alle Feuerwehrkameraden meisterten diese Übung mit Bravour und so gratulierte ihnen Friedhelm Kleinschmidt im Anschluss zur erfolgreichen Teilnahme und bedankte sich herzlich für die Bereitschaft zum Dienst am Nächsten.

Teilgenommen haben: Sebastian Pichatzek, Andre Ahmer, Tobias Beller, Rüdiger Brockmann, Matthias Bannenberg, Volker Wiedemeier (alle FF Bad Driburg), Elmar Krawinkel, Jörn George, Dirk Arens, Daniel Kunze, Peter Hampson (alle FF Nieheim), Florian Gehle, Johannes Wakup, Stefan Kröger, Jürgen Hansel, Christoph Kleine (alle FF Steinheim), Tobias Berendes, Dominik Niggemann, Frank Isermann, Manuel Sedlazek (alle FF Warburg), Jacob Ester, David Brinkmann, Christian Tewes, Julian Ressel und Christopher Schäfers (alle FF Willebadessen).

Saugschläuche werden als Unterbau für eine
Auffangwanne zusammen gekuppelt.

 

Die Stahlseile für den Greifzug werden angeschlagen,
um das Fahrzeug später wieder aufzurichten.

 

Die Einsatzstelle aus der Vogelperspektive: Der Tankwagen ist umgestürzt und hat den Pkw unter sich begraben. Mit Seilwinden und Stützen wird das Fahrzeug gesichert. Links sieht man eine provisorische Auffangwanne für auslaufende Flüssigkeiten.

 

Mit Hilfe von Steckleiterteilen und Bohlen
wird eine Rettungsplattform gebaut.

 

Auslaufende Kraftstoffe werden mit der Ölumfüllpumpe
in Transportbehälter gepumpt.

 

Die Teilnehmer des „Technische Hilfe 1“ Lehrgangs mit ihren Ausbildern Waldemar Gamenik und Ulrich Brödling sowie dem
stellv. Kreisbrandmeister Friedhelm Kleinschmidt (mittlere Reihe v. r.)

Gruppenbild in 1024 x 768 px herunterladen (JPEG - 446 KB)

Zur Startseite!