| Schneechaos im Münsterland |

Gescher, 26.11.-29.11.2006
Aufgrund starker Schneefälle brachen im Münsterland zahlreiche Strommasten unter der Schneelast zusammen, so dass am späten Samstagabend bis zu 500.000 Menschen ohne Strom waren. Daraufhin bat die Bezirksregierung Münster um Unterstützung bei der Bewältigung der Schadenslage und so stellte der Kreis Höxter eine Mannschaft aus 34 Feuerwehrmännern, 10 Fahrzeugen und 17 Stromerzeugern zusammen. Auch die Feuerwehr Bad Driburg stellte 5 Feuerwehrmänner, 2 Stromerzeuger und den Gerätewagen-Nachschub zur Verfügung. Nach einer kurzen Lageeinweisung durch den Einsatzleiter Heinrich Muhr und der Verabschiedung durch Landrat Hubertus Backhaus und Kreisbrandmeister Johannes Kunstein, machte sich der Zug um 22.45 Uhr auf den Weg in den Bereitstellungsraum nach Dülmen Nachdem wir gegen 3.45 Uhr die Freiherr von Stein-Kaserne in Coesfeld erreicht hatten, wurden wir für den Rest der Nacht in einer Turnhalle untergebracht. Nach dem Früh- stück und dem Auftanken der Einsatzfahrzeuge wurde wir von einem Lotsen ins Einsatzgebiet nach Gescher gebracht, wo man die Stromerzeuger aus dem Kreis Höxter schon sehnlichst erwartete. Die Stadt Gescher hatte zwar am Sonntagmorgen schon wieder Strom, doch die zahlreichen umliegenden Gehöfte, Bauernhöfe und Privathäuser waren vom Stromnetz abgeschnitten. Deshalb wurden wir schnell aufgeteilt und fuhren mit einem Lotsen ein Gehöft an, um unseren Stromerzeuger in Betrieb zu nehmen, damit die Heizung sowie die Frisch- und Abwasser- pumpe wieder funktionierte. Andere Einheiten lieferten mit ihren Aggre- gaten den Strom für Melk- und Fütterungsanlagen und retteten auf einem Hühnerhof 56000 Tieren das Leben. Nachdem ein Teil der Mannschaft am Montagmorgen ausgetauscht worden war, wurden wir damit beauftragt sämtliche Höfe um Gescher anzufahren, um abzuklären ob die Stromversorgung wieder hergestellt ist oder ob sich die Bewohner mit einem Stromerzeuger versorgten bzw. noch einen benötigten. Diese Informationen halfen der Einsatzleitung bei einer erneuten Lagebeurteilung und so wurden bis zum späten Abend wieder Stromaggregate aufgestellt. Am Dienstagmorgen hatte sich die Lage soweit entschärft, dass die weiteren Einsätze von den Kameraden aus Gescher alleine abgearbeitet werden konnten und so konnten wir unseren Einsatz beenden und die Heimreise antreten. Gegen 14 Uhr erreichten wir die Kreisleitstelle in Brakel, wo sich Kreisbrandmeister Johannes Kunstein für die geleistete Arbeit bedankte.
Nach dem Entladen des Fahrzeugs und der Reinigung der Geräte endete für die Kameraden vom Löschzug Bad Driburg um 17 Uhr dieser wohl einmalige Einsatz.

Die Fahrzeuge in der Kaserne in Coesfeld

Bereitstellungsraum: Warten auf den Einsatzbefehl

Die tiefverschneiten Strassen in Gescher

Ankunft der Fahrzeuge am Feuerwehrhaus in Gescher

Hier sieht man deutlich die Stromleitungen, die unter der Schneelast gerissen sind.

Auch hier liegen die Stromleitungen am Boden und die Masten drohen umzustürzen.

Hier hilft die BF Frankfurt/Main mit einem 156 kVA-Stromerzeuger aus. Von diesem Masten werden gleich mehrere Gehöfte mit Strom versorgt.

Hier wird an einem Privathaus ein Stromerzeuger in Betrieb genommen.

Mitarbeiter von RWE versuchen fieberhaft die Leitungen zu reparieren.

Die Mannschaft des Löschzugs Bad Driburg: Alexander Fleischer, Arne Hausmann, Mario Willmann, Wolfgang Vecker und Thorsten Fischer

Glücklich und erschöpft: die Mannschaft nach ihrer Rückkehr aus dem Schneechaos.

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