| Die Geschichte des Löschzugs Bad Driburg |

Zur Zeiten der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Driburg im Jahre 1882 war es nach geltendem uralten Recht grundsätzlich Pflicht eines jeden Bürgers der Stadt, bei Feuersnot und Katastrophen anderer Art Hilfe zu leisten.
Im Verlauf ihrer Geschichte ist unsere Stadt immer wieder von Feuerbrünsten heimgesucht worden.
Schon die Stadtgründungsurkunde war einem Feuer zum Opfer gefallen, so dass der Paderborner Bischof den Driburgern ihre Stadtrechte 1345 erneuern musste.
Während des Dreißigjährigen Krieges brannte die Stadt 1632 völlig ab. Sie wurde zwar sofort wieder aufgebaut, wurde aber 1680 erneut ein Opfer der Flammen. Auch diese Neugründung brannte drei Jahre später (1683) nieder und auch im Siebenjährigen Krieg haben englische und französische Kriegsscharen die Stadt immer wieder gebrandschatzt.
Erst im Jahre 1818 erfahren wir für Driburg etwas über geregelte vorsorgliche Vorkehrungen zum Schutz gegen Brände. Die Stadt erwirbt ein Feuerlöschinstrument, eine, wie die Chronik ausweist, große und zweckmäßige Schlangenspritze sowie einen Transportwagen für dieses Gerät. Seit 1831 gibt es in Driburg extra angelegte Feuerlöschteiche.
Im Jahre 1844 wird auf Grund der Feuerpolizeiverordnung für die Provinz Westfalen ein organisierter Zusammenschluss der Bürger zur Brandbekämpfung gefordert und in Driburg wird eine „Feuerlöschanstalt“ eingerichtet.
Für den Dienstgebrauch galt die „Driburger-Lokal-Feuer-Ordnung“, die am 29. August 1844 erlassen wurde.
Der „Feuerlärm“, also der Alarm ist dort wie folgt geregelt:
„Sobald innerhalb des Stadtbereichs oder auch auswärts Feuer ausbricht, ist es erforderlich, dass das Publikum so schnell wie möglich Kenntnis erhält. Zu dem Ende haben die Nachtpatrouillen, Polizeidiener, Nachtwächter, Küster oder Glöckner Lärm zu machen und zwar erstere durch Rufen auf den Straßen, die anderen durch das Horn, respektive durch die Brandglocke in bisheriger Art…“ (§ 1 a der Lokal-Feuer-Ordnung).
Das Personal der „Driburger-Feuer-Lösch-Anstalt“ hatte sich nach dem Alarm unverzüglich vor dem Spritzenhaus einzufinden. Es wurde von dort aus zur Brandstätte geführt und in die einzelnen Dienstleistungen eingewiesen. Der Gerätepark umfasste fünf große Feuerspritzen, Feuereimer, mehrer Haken und Leitern. Mit Wasser gefüllte Behälter standen vor der Obermühle und der Braunermühle bereit.
Jeder Hausbesitzer, überhaupt jeder Bürger der Stadt, hatte, dem Herkommen gemäß, einen tauglichen Feuereimer und eine brauchbare Laterne zu besitzen.
In allen öffentlichen Gebäuden und feuergefährlichen Anlagen mussten so genannte Löschwische und Feuerpatschen bereitgehalten werden.
Doch alle diese Vorsichtsmaßnahmen konnten den verheerenden Brand vom Jahre 1876 nicht verhindern.
Dieser Unglückstag in der Stadt Bad Driburg war der 24. Mai 1876, der Tag vor dem Fest Christi Himmelfahrt, an dem die Bewohner sich an der Bittprozession zum „Franzosen-Grab“ beteiligten, um Gottes Segen für die Stadt, Haus und Flur zu erbitten.
Diese gewaltige Feuersbrunst ist sicherlich mit ein Grund dafür gewesen, die seit 1844 bestehenden „Driburger-Feuer-Lösch-Anstalt“ durch eine bessere und schlagkräftigere Truppe abzulösen. Auch entsprachen, das hatte der verheerende Brand wohl gezeigt, Gerätschaften und Ausrüstungen nicht mehr dem „modernen Standart“.
So fand am 1. Januar 1882 eine vom damaligen Bürgermeister Resing einberufene Versammlung statt „Zum Berufe der Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr“.
Nach Erledigung der Vorarbeite kam es am 22. Januar 1882 zur Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, der 75. Mann beitraten. Zum 1. Feuerwehrhauptmann wurde der Gastwirt Wieners gewählt. Es wurden folgende vier Abteilungen gebildet:

1. Die Spritzenmannschaft
2. Die Rettungsmannschaft
3. Die Wassermannschaft
4. Die Wach- und Ordnungsmannschaft

Am 5. März 1882 trat die Feuerwehr Bad Driburg erstmals vor die Öffentlichkeit, als sie einen Umzug durch die Stadt unternahm. Am Tag darauf übernahm die Wehr die Spritze und neue Löschgerätschaften.
Am 20. Mai des darauf folgenden Jahres 1883 kam die Wehr erstmals bei einem Brand in Reelsen zum Einsatz. 5 Minuten nach dem Alarm war die Spritze bespannt und in 20 Min war die Wehr an der Einsatzstelle.
Am 20.10 1883 brannte es zum ersten Mal in Driburg, als das Dampfsägewerk am Bahnhof in Flammen stand. Erstmals also wurde in der eigenen Stadt gelöscht.
Neben ihrer eigentlichen Aufgabe hat sich die Freiwillige Feuerwehr ganz gezielt um das gesellige Leben in Driburg gekümmert.
Im März 1885 wurde unter der Regie des Brunnenkapellmeisters Robisch die Feuerwehrkapelle gegründet, die 1886 erstmals anlässlich der Kaiserproklamtion den ersten „Großen Zapfenstreich“ blies.
Der erste Weltkrieg brachte erneut große Veränderungen in der Feuerwehr. So wurde die Feuerwehr Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre mit modernen mechanischen Hilfsmitteln ausgestattet.
Anlässlich des 50jährigen Bestehens im Jahre 1932 wurde am Spritzenhaus die Statue des Hl. Florian angebracht. Dieser römische Soldat, der um 300 nach Chr. Den Märtyrertod erlitten hat, ist ja der Schutzheilige der Feuerwehren. Aber auch die Hl. Agatha, sie starb um die gleiche Zeit „auf glühenden Kohlen“ den Märtyrertod, ist in Driburg, besonders nach dem Brand von 1876, hoch in Ehren gehalten worden.
In den Jahren des Zweiten Weltkrieges wurde die Wehr zu Einsätzen nach Bielefeld, Paderborn, Altenbeken (zum Tunnel) und nach Schwaney abgeordnet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der zweite Neuaufbau der Feuerwehr, verbunden mit besserer Ausrüstung und weitere Ausbildung für etliche Wehrmänner. Zum 80jährigen Jubiläum 1962 konnte dann ein neues, zweckdienlicheres Gerätehaus in Dienst gestellt werden.

Fortsetzung folgt…

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